Philosophie

Philosophie in der Trauerarbeit als Bewältigungsstrategie

Philosophie der Trauerbegleitung

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen, was hat denn Trauerbegleitung mit Philosophie zu tun? Hier kann ich Ihnen sagen: „Eine ganze Menge!“
Viele Menschen scheuen schon das Wort Philosophie, weil sie Angst haben es nicht zu verstehen! Und hier möchte ich Ihnen eine kleine, für Laien verständliche, Einführung geben.

Philosophie ist der Versuch des Menschen das Rätsel seines Daseins, die ihn umgebene äußere Welt und sein eigenes Inneres, mit dem Mittel des Denkens zu lösen. Philosophie lässt sich nicht allgemeingültig definieren, weil jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht der Dinge entwickelt. Kinder sind zum Beispiel die „besten Philosophen“, weil sie eben ihre eigene Sicht der Dinge definieren. Und jeder Mensch hat seine „eigene Philosophie“ vom Leben, schon deshalb, weil nicht jeder Mensch gleich ist.

In der Trauerbegleitung ist Philosophie so wichtig, weil es auch hier keine Antworten auf bestimmte Fragen gibt. Warum ist dies und jenes passiert? Warum schlägt das Schicksal immer so hart zu? Warum immer bei mir oder warum immer ich? Hier setzt das Trauergespräch an! Wir müssen lernen bestimmte Schicksalsschläge anzunehmen, wir müssen begreifen, dass alles seinen Sinn hat, obwohl es zuerst sinnlos erscheint.

Oder gibt es doch Dinge, die sinnlos sind? Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen Menschen seit der Urzeit. Vor allem Philosophen und Religionswissenschaftler bemühen sich, Antworten darauf zu finden. Einige Philosophen, vor allem die Humanisten, behaupten, dass nicht alles einen Sinn hat. Sie behaupten: Alles hat eine Ursache, aber nicht alles hat einen Sinn.

Ich sehe dies anders: Für mich hat alles einen Sinn, sogar die Sinnlosigkeit hat einen Sinn und deshalb sage ich: Nehmen Sie das Schicksal in die Hand und suchen das Gespräch, denn nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.

Über das Sterben und den Tod zu philosophieren ist nicht nur „spannend“, sondern auch hilfreich. Viele Philosophen, aber auch andere Geisteswissenschaftler, haben schon einiges über den Tod gesagt und geschrieben. Aber was ist mit denjenigen, die mit ihrer Trauer zurückbleiben? Wie sollen sie mit dem Verlust weiterleben? Welche Einstellungen sind sinnvoll? Diese Fragen beantwortet die Philosophie, bzw. versucht sie zu beantworten. Hier sage ich ganz klar: Verschließen Sie sich nicht, denn sonst verkapselt sich die Trauer in Ihrer Seele und dies kann fatale Folgen haben.

Über den Sinn des Lebens: Jeder Mensch fragt im Laufe seines Lebens irgendwann mal nach dem Sinn, nach dem Sinn seines Lebens, seines Dasein. Schon in der antiken Philosophie wurde über dieses Thema nachgedacht und diskutiert.

 

Meine Philosophie lautet: Wir müssen das Sterben lernen, die Trauer ist hierzu der beste Lehrer.
Der erste Schritt ist jetzt: Den Kontakt zu mir herzustellen. Vielen Dank für Ihr Vertrauen!

Sterben, Tod und Trauer philosophisch betrachtet

Philosophieren heißt auch sterben lernen. Um sich mit dem Tod zu beschäftigen und ihn „einüben“ zu können, stellt sich zuerst die Frage: Was ist der Tod denn überhaupt?

Sterben: Sich auf den eigenen Tod einzulassen, ist eine sehr schwere Aufgabe. Ängste spielen dabei eine große Rolle und es verlangt eine sehr große seelische Anpassungsleistung. Doch wie sieht es nun mit dem Tod eines nahen Angehörigen, oder lieb gewonnen Menschen aus? Schon Sokrates hat sich diesen Fragen gestellt und auch beantwortet!

Sterben und Tod gehören zum Leben. Gleichzeitig erscheinen sie als Gegner, als Vernichter allen Lebens. Die Erfahrung, zumindest des eigenen Todes, bleibt uns versagt. Uns bleibt nur das Miterleben des Sterbens anderer und das eigene Sterben, aber auch nur wenn wir dieses Miterleben zulassen!

Tod: Der Tod ist der dauerhafte und endgültige Verlust der für ein Lebewesen typischen und wesentlichen Lebensfunktionen. Der Übergang vom Leben zum Tod bezeichnet das Sterben.

Trauer: Trauer ist ein emotionaler Zustand – ein Gefühl der Niedergeschlagenheit. Besonders beim Tod eines geliebten Menschen ist Trauer Ausdruck der Verzweiflung! Doch nicht nur der Tod kann Trauer auslösen. Ängste, Sorgen, Nöte machen traurig, Liebeskummer kann sich zur Trauer ausbreiten, der Verlust des Arbeitsplatzes kann Trauer auslösen u.s.w. u.s.w.! Der Überwindungsprozess kann sehr lange andauern, dies ist von Mensch zu Mensch verschieden, doch hierüber sollten wir reden! Also nur Mut und Kontakt zu mir aufnehmen, wir verarbeiten dann Ihre Trauer gemeinsam – denn geteiltes Leid ist halbes Leid!

Für philosophisch Interessierte

Hier einige Definitionen von Denkern aus der Antike:

Sinn, der Wert und die Bedeutung, die eine Sache oder ein Erlebnis für sich oder für andere hat.

Sinnhaltig heißt ein Erlebnis, wenn es eine Folgerichtigkeit besitzt, wenn Grund und Folge, zwischen denen es steht, klar erkannt werden können.

Ethik bezeichnet die Sittenlehre des Aristoteles. Es ist die praktische Philosophie, denn sie sucht nach einer Antwort auf die frage: Was sollen wir tun ?

Sokrates (469-399 v.Chr.). Sein Beitrag zur Philosophie liegt im Wesentlichen im Bereich der Ethik.

Platon (427-347 v.Chr.) setzte Maßstäbe in der Metaphysik, der Ethik, der Kunsttheorie, der Sprachphilosophie und war Schüler des Sokrates.

Aristoteles, neben Platon der größte altgriech. Philosophie und Begründer der eigentlich wissenschaftlichen Philosophie. Seine Grundlagen sind Logik und Metaphysik.

Die Philosophie der Trauer kann ein hilfreicher Ratgeber sein.

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